Archiv Plaketten

2020 Oberdorni  

Die Fasnacht Plakette 2020 kreiert den  Bauernhof Oberdorni. Der Hof liegt auf der Halbinsel  Kastanienbaum und er war immer im Besitz von Studhalters. Der Hof ist das älteste datierte Bauernhaus (1564) des Kantons Luzern. Der heutige Besitzer Hardy Studhalter wuchs mit seinen neun Geschwistern in diesem schönen Haus auf. Seit 1976 übernahm Hardy mit seiner Frau Evi den Hof und hat mit ihr drei Söhne und eine Tochter. Da die Liegenschaft klein ist, war er immer auf einen Nebenerwerb angewiesen. Als gelernter Metzger hat er früher Haus Schlachtungen gemacht wo heute leider mit unseren Vorschriften nicht mehr geht. Hardy und Evi trifft man auch jeden Freitag am Horwer Wochenmarkt wo er seine Fleisch und Wurstprodukte verkauft


2019 Hof Seeblick

Die Grosseltern des heutigen Eigentümers Martin Villiger kauften den wunderschön gelegenen Hof 1910. Das Gebäude, damals Villa Seeblick genannt, befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Rohbau. Der weiter unten liegende Stall existierte bereits und wurde vom Langensand aus bestossen. Da der Grossvater, Gottfried Villiger, sehr bald starb, musste seine Frau Agnes die Liegenschaft verpachten. Ihre beiden Kinder, Josef und Agnes, zog sie alleine auf. Josef übernahm den Hof 1934, nachdem er das Kollegi Samen besucht hatte. Zusammen mit seiner Frau Leni hatte er acht Kinder. Das jüngste dieser Kinder, Martin, übernahm den Seeblick 1984. Sein schwerer Unfall 2017 führte zu einem grossen Umbruch in der Führung des Hofes; für die nächsten sechs Jahre ist der Hof nun verpachtet - der jüngste Sohn von Martin steht aber bereits in den Startlöchern: er hat soeben seine Ausbildung zum Landwirt beendet. Dass wir den Hof Seeblick als Plaketten-Vorlage 2019 verwenden dürfen, freut uns sehr. Die spontane Zusage von Martin Villiger zeigt, dass auch im Seeblick die Pflege der Tradition und der Fasnacht in Horw einen grossen Stellenwert hat. Der Hof Seeblick liegt unterhalb des Bireggwaldes oder erhöht über dem Langensand. Der Besucher wird für den kurzen Aufstieg mit einem grossartigen Blick auf den Vierwaldstättersee Richtung Vitznau belohnt und ist ein Erlebnis. An dieser Stelle noch einmal besten Dank an die Familie Villiger. Wir freuen uns auf die Fasnacht 2019 mit dem „Seeblick“ auf unserer Plakette.


 

2018  Jubiläumsplakette 40 Jahre Egli-Zunft Horw mit unserem Spycher  

Vor 40 Jahren gründeten eine handvoll Horwer die Zunft, mit der Absicht, im parteipolitisch belasteten Horw einen Verein zu kreieren, der politisch und konfessionell unabhängig ist. Kurz nach der Zunftgründung 1978 wuchs der Wunsch nach einem eigenen Zunfthaus. Es wurde deshalb nach geeigneten Objekten Ausschau gehalten. 1980 wird man in Ettiswil fündig und konnte den Spycher auf der Liegenschaft «Schnarzen» erwerben. Ab März 1981 wurde der Spycher sorgfältig und fachmännisch abgebrochen und nach Horw transportiert. Im Juni war das Fundament erstellt und der Aufbau begann. Dazu ein Auszug aus der Baugeschichte: «Franz hobelte, Moritz schaufelte, Walti deckte, Kobi zimmerte, Kaspar lochte, Seppi reinigte, Noldi mauerte, Hans half überall und die Frauen organisierten das Znüni, während Paul fotografierte und Bernhard meinte: er habe es im Rücken.» Im Juli 1981 war unser Zunft-Spycher unter Dach und das Aufrichtefest konnte gefeiert werden. Geniessen wir unser Jubiläum und freuen uns, zusammen mit dem prächtigen Spycher, auf weitere zünftige Jahre mit Fasnacht, Chilbi und geselligem Beisammensein. Der Zunftspycher auf der Plakette freut sich auf gutgelaunte Gäste, Zünftler, Fasnächtler, Horwer und Freunde aus Nah und Fern. Alle sind herzlich willkommen die würzige Spycherluft zu schnuppern und im heimeligen Zunfthaus zu verweilen.


 

2017 Bauernhof Unterfondlen

 Als dritter Hof in unserer Plakettenserie über Horwer Bauernhöfe porträtierten wir den Hof «Unterfondlen» von Ruedi, bekannt als „Braschti“, und Helen Kaufmann. Uns allen ist sein Hof im Horwer «Hochland» bestens bekannt von unseren Sonntagsspaziergängen über die Horwer Halbinsel. Der Bauernhof Unterfondlen besteht aus der Liegenschaft Unterfondlen und der Liegenschaft Leimi. Zurzeit betreibt Braschti Rindermast, die Milchwirtschaft hat er aufgegeben, deshalb ist auf der Plakette eine ausgeleerte Milchkanne zu sehen. Ruedi und Helen Kaufmann sind glückliche Eltern von 3 Töchtern und einem Sohn. Sie sind sich nicht ganz sicher, wie es mit ihrem Hof in Zukunft weitergehen wird. Auch wir wissen nicht, was die Fasnacht in einem Jahr bringen wird, es passiert jedes Mal etwas Neues und doch wieder Altbewährtes. AlteTraditionen werden aufgemischt mit neuen Überraschungen.


 

2016 Schwanden  

Seit 105 Jahren befindet sich der Hof Schwanden im Besitz der Familie Frei- Duss. Heute ist der Hof an Matthias Studhalter verpachtet, welcher Milchwirtschaft mit Aufzucht betreibt. Das Bauernhaus wurde ursprünglich als Rauchhaus genützt und ist ungefähr 350 Jahre alt. Walter Frei, uns allen bestens bekannt als  «Egli-Kutscher», wohnt im Hof Schwanden und hegt und pflegt dort seine Rösser und seine schöne Kutsche. Ob Sonnenschein, Regen oder Schnee, jeweils am Fasnachtssonntag «kutschiert» Walter Frei unser Eglipaar mit dem Weibelpaar und vielen Kilos Orangen durchs Dorf. Natürlich hoffen wir alle immer auf schönes Wetter für unsern Umzug aber es ist gut zu wissen, unser Eglipaar und Walter Frei sind «wetterfest».


 

 

2015 Wicki Hof

Nach einer Serie von einheimischen Fischen, beginnen wir Horwer Bauernhöfe auf Fasnachtsplaketten zu portraitieren. Mit dem Hof Weid, der Familie Wicki ist nun der Anfang gemacht. Weitere werden folgen. Bekannt vor allem bei den Kindern ist der “Wickihoger“. Denn kaum ist die Wiese mit ein wenig “weiss“ überzogen, flitzen auch schon die ersten Schlitten, Skibobs oder Skier über den Hang. Die Familie Wicki betreibt eigene Viehzucht und Milchwirtschaft. Prächtige Obstbäume umrahmen das Gehöft, welches von Wiesland umgeben ist. Unsere Landwirte leben nach dem Rhythmus der Natur. Der nächste Winter kommt bestimmt und mit ihm auch die nächste Fasnacht nach Horw.  


 

2014 Der Fische„r“Chor

10 Jahre 10 Fische

Nun beenden wir die Fisch-Serie aus dem Vierwaldstättersee. Der letzte ist auch der kleinste.   In der Bildmitte zu sehen - sein Name «Laube» oder Winger. Es gäbe noch einige Fische mehr  im See, doch wir wollen ja nicht übertreiben. Im nächsten Jahr erwartet euch ein neues Sujet, doch mehr darüber wird noch nicht verraten, aber eines ist klar, es wird kein Fisch sein. Horw mit einem Fisch im Wappen, die Eglizunft mit einem Fisch als Namensgeber und nun zehn Fasnachtsplaketten mit Fisch, das war die Ehrerbietung an unseren schönen See mit seinen Bewohnern.  


 

2013 Das Rotauge    

Wie die Rotfeder treibt sich auch das Rotauge gerne in bewachsenem Ufer mit ruhigem Wasser herum. Hauptfangzeit ist von Juni bis September und es kann bei einer Länge von 45 cm bos 1.5 kg schwer werden.   Rote Augen gibt es auch manchmal an der Fasnacht wobei auch der Durchblick getrübt sein kann, so dass niemand mehr sicher ist, handelt es sich um Mensch oder Fisch, vielleicht auch beides, Traum oder Wirklichkeit - Wahrheit oder Lüge und manchmal ist die Lüge wahrer als die Wahrheit...


 

2012 Der Schleie

Mit der Schleie schicken wir 2012 erneut einen edlen Bewohner unserer heimischen Gewässer ins Fasnachtstreiben. Bis zu 70 cm und 5 kg schwer kann eine Schleie werden. Sie liebt wärmere, stille Gewässer und ihre Nahrung besteht weitgehend aus Bodentieren und Pflanzenteilen. Deshalb gefällt es ihr auch in der milden Horwer-Bucht. Auch der Horwer Madonna gefällt es hier bei uns, denn sie wird von den Eglizünftlern gehegt und gepflegt, um dann herausgeputzt an der Fasnacht ihre Runden drehen zu können. Dies alles friedlich, lustig und ohne Aggressionen - mein lieber Schwan !  


 

2011 Seesaibling (oder Rötel)

Wer denkt, dass unserem Plakettendesigner nach Egli, Hecht, Forelle, Karpfen, Trüsche und Felchen langsam die Fische ausgehen, der irrt. Mit dem Seesaibling (oder Rötel) schicken wir 2011 erneut einen edlen Bewohner unserer heimischen Gewässer ins Fasnachtstreiben. Der Seesaibling bevorzugt tiefe, klare Seen mit Steilufern. Während der Laichzeit hat besonders das Männchen einen stark rot gefärbten Bauch, daher stammt auch der Name "Rötel". Er wird bis 70 cm gross und kann 4.5 kg schwer werden. Ob Männer in der Paarungszeit rote Bäuche haben, entzieht sich meiner Kenntnis – eher sichtbar sind beim männlichen Geschlecht rote Nasen, doch dies hat wiederum nichts mit der Paarung zu tun. Rote Nasen gibt es an der Fasnacht vermehrt, die Einen aus Plastik aufgesetzt, die Anderen von innen aufgefüllt. Beim Blick ins Fischglas allerdings bekommt man keine rote Nase. 


2010 Der Felchen  

Nach Egli, Hecht, Forelle, Karpfen und Trüsche schickt die Egli-Zunft mit dem Felchen einen weiteren edlen Bewohner unserer heimischen Gewässer ins Fasnachtstreiben 2010. Felchen können bis 75 cm lang werden und dies bei einem Gewicht bis 4 Kilogramm. Gefangen werden sie zwischen Februar und September. Felchen sind das tägliche Brot der Fischer und für uns gut zubereitet ein Leckerbissen auf dem Teller. Auch die Zunft ist für jeden Zünftler tägliches Brot. Zünftler ist man das ganze Jahr, doch der Leckerbissen ist die Fasnachtszeit, alle Jahre wieder und doch jedes Jahr neu. Wirtschaftskrise hin oder her, die nächste Fasnacht ist ein sicherer Wert. 


 

2009 Wir sitzen alle im gleichen Boot 

Ob Mitglied in einer Guggenmusik, Zunft oder Maskengruppe - alle haben das gleiche Ziel - gemeinsam in Horw eine rüüdig schöne Fasnacht zu erleben. Jeder tut es auf seine Weise mit den Mitteln, die er zur Verfügung hat und einer unterstützt den andern. Doch Zunft oder Guggenmusik machen nicht die Fasnacht aus. Das Wichtigste ist die Bevölkerung. Ein Fest wird es erst, wenn alle, ob gross oder klein, mitmachen. In diesem Sinne rudern wir voller Enthusiasmus zu auf die Fasnacht 09 Enthusiasmus zu.


 

2008 Die Trüsche  

Nach Egli, Hecht, Forelle und Karpfen schickt die Egli-Zunft mit der Trüsche (Lola lota) den fünften edlen Vertreter unserer heimischen Gewässer ins Fasnachtstreiben 2008.  Die Trüsche, ein interessanter Fisch aus unserem schönen Vierwaldstättersee, kann bis 70 cm lang und bis zu 5 kg schwer werden. Sie hält sich gerne in grossen Tiefen auf, doch richtig munter wird sie erst nach Sonnenuntergang. Die Trüsche ist ein «nachtaktiver» Jäger und ihre bevorzugte Beute sind Jungfische.  Wobei nun der Faden zur Fasnacht gesponnen wäre: Viele Fasnächtler könnte man auch als «nachtaktiv» bezeichnen mit einem Hang zu «Jungfischen»! Doch die Egli-Zunft wirkt sowohl am Tage wie auch nachts, denn mit dem Umzug am Sonntag leisten die Eglizünftler einen der wichtigsten Höhepunkte unserer Horwer Fasnacht. Ob Tagträumer oder Nachtschwärmer, Jungfisch oder reifer Hecht, die Horwer Fasnacht ist für alle da.  


 

2007 Der Karpfen  

Nach Egli, Hecht und Forelle schickt die Egli-Zunft mit dem Karpfen den vierten edlen Vertreter unserer heimischen Gewässer ins Fasnachtstreiben 2007. „An der Horwer Fasnacht ist ja nichts unmöglich“, erklärte Plakettendesigner Harry Laube bei der Vorstellung des neuen Fasnachtssujets. «Das müssen selbst die Karpfen einsehen. Bis zu 100 cm lang und 25 kg schwer können sie werden, bevorzugen warme, stehende Gewässer und wühlen am liebsten im schlammigen Untergrund, wo sie sich – versteckt zwischen Seerosen und Wasserpflanzen – gerne von Seejungfrauen um die Finger wickeln lassen.»


 

2006 Die Seeforelle  

Den Beginn der aktuellen Plakettenserie der Egli-Zunft Horw mit einheimischen Fischenmotiven machte – getreu dem Namen der Zunft – das Egli. Ein Jahr später folgte der Hecht, und 2006 schicken die Horwer Zünftler nun mit der Seeforelle den edelsten Räuber unserer Gewässer ins Fasnachtstreiben. «Einst gab es Seeforellen, die 30 Kilo auf die Waage brachten», erklärte der Luzerner Goldschmied und Horwer Plakettendesigner Harry Laube bei der Vorstellung des neuen Sujets. «Doch diese Grossforelle sei leider ausgestorben und heutige Exemplare würden nur noch bis 15 kg schwer und selten eine Länge über 110 cm erreichen. Doch die Forelle sei ein schlaues Tier und könne ein beträchtliches Alter erreichen. Mit vereinten Kräften sei es möglich, auch die grösste Forelle an Land zu ziehen», führte Laube aus und schlug damit die Brücke zur Horwer Fasnacht.


 

2005 Der Hecht  

Den Beginn unserer neuen Plakettenserie mit einheimischen Fischenmotiven machte letztes Jahr das Egli.  Wir bleiben dieses Jahr bei den Räubern und haben den grössten Raubfisch unserer Gewässer ausgewählt – den Hecht.  Wer möchte sich nicht einmal «wie ein Hecht im Karpfenteich» fühlen? Von niemandem Angst haben zu müssen, der Stärkste von allen und uneingeschränkter Herrscher sein. Wäre da nur nicht der Mensch, sein einziger Gegner, der ihm nachstellt, so wäre er der absolute König in unseren Gewässern.  Der Hecht ist im Gegensatz zum Egli ein Einzelgänger, doch hat unsere Fasnacht schon manchen Alleinstehenden in eine fröhliche Gruppe integriert. An der Horwer Fasnacht muss niemand alleine bleiben. Dies ist ja auch eine Aufgabe der Egli-Zunft – Einsame und Abseitsstehende zu mobilisieren und zum Mitmachen zu ermuntern.


 

2004 Das Egli  

Dass der Erstling der neuen Plakettenserie mit dem «Egli» beginnt, das seinerzeit der Zunft den Namen verlieh, liegt auf der Hand, bzw. im Wappen der Zunft. Das Egli – oder korrekterweise Flussbarsch – ist ein geselliger Schwarmfisch und lebt in Seen und Flüssen. Es kann bis 60 cm lang und bis zu 3 kg schwer werden und schnappt als Raubfisch nach allem, was sich bewegt. Doch was wohl haben Fische mit Fasnacht gemeinsam? Wer fühlt sich nicht gerne frei und unbeschwert wie ein Fisch im Wasser? Ist es nicht gerade die Fasnacht, die dem Menschen ein wenig von eben diesem Wohlgefühl schenkt und ihn den Alltag für eine kurze Zeit vergessen lässt. Fasnacht, das ist Eintauchen und Abtauchen in eine andere Welt, alles Irdische an der Oberfläche zurücklassend, im Meer der Rhythmen einer Guggenmusik untergehen und doch die Realität nicht ganz aus den Augen verlieren, wie der Fisch, der immer wieder mal auftaucht. Doch allzu tief untergetauchte Fasnächtler riskieren, im Trüben zu fischen, und nicht immer bekommt es ihnen gut. Darum, Fasnächtler sei ermahnt: «Wie die Fische ungetrübtes Wasser schätzen, so sei auch Du daran erinnert, dass ein Schluck klares, sauberes Wasser zwischendurch am nächsten Tag für Wohlbefinden sorgt». Fische gehören zum See wie die Eglizunft zu Horw! Beide wollen gepflegt werden, damit sie gut gedeihen und uns noch lange erhalten bleiben.


2003 D' Roggere-Buure 

Sigrist Schosi (1905 -1974)
Rosi (1900 -1974)
Walti (1909 -1980)

Wer kannte sie nicht, die drei Geschwister mit ihren auffällig altmodischen Kleidern und ihren hoch geschnürten Schuhen, die gemeinsam auf Roggern ihr karges Leben fristeten?! Es waren drei ruhige, zurückgezogene, eher menschenscheue Leute, die vielleicht eben deswegen wehrlos dem Gespött der Dorfleute ausgesetzt waren. Es geschah dies wohl nicht bewusst böswillig, aber das Horber Volk brauchte offenbar immer wieder so liebenswürdig auffällige «Originale», die es necken konnte. Klar, die Arbeit bei den Roggere-Buure verlief gemächlicher als anderswo, und wenn sie dann wirklich spät die Heuernte wagten, musste das Barometer ein Monats-Hoch angezeigt haben. Walti, der Zögerer, war eigentlich gelernter Gärtner, der oft in den Villenparks auf der Halbinsel kleine Zusatzverdienste erwirtschaftete. Stets trug er, selbst an warmen Sommertagen, bei seinen Arbeiten, beim Kirschen Pflücken oder beim Jauche Ausbringen seinen alten Militärkaput. An schönen Sommerabenden hörte man ihn den Alpsegen beten oder den Büchel blasen. Das klang nicht immer ganz rein, aber zum Glück hört der Herrgott bekanntlich nicht nur auf die Reinheit der Töne, sondern schaut seinen Getreuen ins Herz. Walti organisierte seine Hofarbeit mit Umsicht. Schon am Abend stellte er jeweils seinen «Schnegg» (Klelner Wagen mit zwei Rädern hinten und zwei Holz-Schlittenkufen vorn) auf die Wiese, damit das taufrische Gras anderntags frühzeitig in die Tenne gefahren werden konnte. Eines Morgens hatten ihm Nachtbuben das Gras schon gemäht und aufgeladen. Walti verstand die Welt nicht mehr, eilte aufgeregt nach Hause und rief: «Schosi, chomm cho luege, s'Gras esch scho ufglade!» Schosi war eigentlich Bäuerin und Knecht in einer Person. Sie besorgte das Vieh im Stall. Nur melken konnte sie nicht. Auch, wenn ihm diese Arbeit nicht besonders lag, musste dies Walti besorgen. So hielt man auf Roggern keine Milchleistungskühe, und das spärliche Milchgeld gestattete den dreien kein Luxusleben. Rosi war eine gute Schneiderin, die wegen ihrer sauberen Arbeit zu einem niedrigen Lohn im ganzen Dorf Kunden hatte. Auf dem Hof half sie höchstens beim Heuen mit. Als die drei ins AHV-Alter kamen, wunderte sich der Zweigstellenleiter, dass sie sich nicht für den Erhalt der Rente meldeten. Aber sie wollten den finanziellen Zustupf nicht annehmen. «Nein, nein, dieses Geld haben wir nicht verdient», wagten sie bescheiden einzuwenden. Die drei Geschwister hingen sehr aneinander. Als Schosi als erste verstarb, war Rosi darob so bekümmert und hilflos, dass sie wenige Tage später auch hinschied. Walti wurde geistig immer verwirrter. Er starb sechs Jahre später im Altersheim Kirchfeld. Die «Gheilig Familie»! Für einen Orientierungslauf stellte eine Schulklasse einen Posten bei der Roggern auf. Damit Walti die Postentafel nicht entfernen würde, deponierte der Lehrer sinnvollerweise dort eine Frage religiösen Inhalts: «Wie heissen die Mitglieder der hl. Familie?» Prompt kritzelte ein schelmischer Nachbarjunge als Antwort «Schosi, Rosi, Walti» hin, was gleich mit zwei Originalitäts-Punkten belohnt wurde.


2002 De Schnider Wisi

(Alois Schnyder 1875 ‑ 1956)

Der Totengräber mit dem legendären Gedächtnis und der «Schattenfrau»! Der mittelgroße, hagere Mann mit Schnurrbart versah umsichtig das Totengräber Amt, pflegte den Friedhof und war als frommer, engagierter Kirchgänger bei den Dorfleuten beliebt. Dank seines legendären Gedächtnisses lieferte er ihnen über Jahrzehnte Auskünfte über wichtige Daten des öffentlichen Lebens, über Weltereignisse oder Todestage von Verstorbenen mit haargenauen Details zu Wochentag, Wetter und Tagestemperaturen. 

Schnider Wisi lebte bei seinem Vater im oberen Stock des alten Spritzenhauses. Der selbstbewusste Vater besorgte den Haushalt und duldete keine Frau im Haus. Aber auch Wisi war vom andern Geschlecht angetan. Als er mit Trudi (Gertrud) Studhalter vom Dorni heiratete, meisterten die beiden die schwierige Situation auf ihre Art.

Trudi wohnte weiterhin auf dem Hof Dorni in Kastanienbaum, weil sie ja in Wisis Haushalt weder notwendig noch willkommen war. Dagegen wurde ihre Arbeitskraft auf Dorni geschätzt. Als Gegenleistung an Wisi holte sie jeden Samstag dessen Wäsche und besorgte den Hausputz. Das dauerte viele Jahre so!

Auf die Frage, ob sie nicht bald zu Wisi ziehen wolle, da sie doch verheiratet seien, antwortete sie kurz und bündig‑. «Wenn's nur Gottes Wille wäre, dass sein Vater endlich sterben könnte, ginge ich schon!»

Als aber Wisis Vater 92‑ jährig starb, war Trudi fast 60 Jahre alt und hatte sich an das Hin‑ und­her gewöhnt. Getreu dem Grundsatz «verändere nicht, was gut funktioniert»! wanderte sie weiterhin als Wasch‑ und Putzfrau wöchentlich vom Dorni ins Dorf und zurück. Das Unterfangen würde heute, selbst motorisiert, wohl als unzumutbare Freiwilligenarbeit aufgegeben.


 

2001 S'Glättere- Bethli

(Lisbeth Heer: 24.10. 1851 bis 20.02. 1937)

Die kleine, leicht vornübergebeugte Frau mit «Huppi»-Frisur wohnte im «Paradies» bei Bühlmanns, hinter der heutigen Paracelsus- Apotheke.

Ihren Lebensunterhalt bestritt sie mit «Glätten» (= Wäsche bügeln). Je nach Gelegenheit bot sie im Taglohn ihre Dienste in vielen Haushalten im Dorf an, wenn sie nicht ihrer Arbeit in der Wäscherei National in der Papiermühle nachging. Stets trug sie als Wäsche-Fachfrau eine sauber gebügelte, hübsche Schürze, wie man sie damals immer zum Schutz der Kleidung während der Hausarbeit trug. Der sauer verdiente Lohn, der aus ihrem Tagewerk resultierte, reichte ihr kaum zum Leben.

So stellte sie gerne ihr altes Bügeleisen auf die Ablage, um sich ihrem zweiten Erwerbszweig, dem «Psalter-Beten» zuzuwenden. S’Glättere-Bethli war die letzte, bekannte Psalterbeterin im Dorf.

Bei Todesfällen besuchte sie die trauernden Hinterbliebenen und bot ihnen die Verrichtung des Sterbegebetes gegen ein bescheidenes Entgelt an. Sie erhielt in der Regel für ihre «Trauerarbeit» fünf Franken Lohn. Dafür betete sie jeweils bis zum «Dreissigsten» der Verstorbenen täglich in der Pfarrkirche drei Rosenkränze (= ein Psalter) für deren Seelenheil. Selbstverständlich mussten die Gebete schön andächtig und ohne jede Hast verrichtet werden.


 

2000 Fondle-Ligi

Eligius  Reinhard – Wolf, Unterfondlen , 1894 - 1.Okt. 1956) Fondle-Ligi bewirtschaftete zusammen mit seinem Vater den Hof Unterfondlen.  Obwohl er sich zeitlebens rühmte, in «Sekdäddis» (Hans Reinhard) erster Horwer Sekundarklasse «der Musterschüler» gewesen zu sein, und obwohl er als strammer Militärtrompeter eine flotte Erscheinung war, schien er‘s auf seinem Hof mit der Ordnung nicht so genau zu nehmen.  Die Nachbarn und Dorfleute hatten jedenfalls viele Gründe, über das herumstehende Werkzeug und die halbvollendeten Arbeiten auf dem Hof zu spotten. Fondle-Ligi war auch beim Heuen und Emden kein Draufgänger. Mit Sicherheit fuhr er das Futter immer als letzter ein. Die Dorfleute staunten aber doch, als er im Jahr 1941 mit seinen drei mageren Pferden vor dem Heuwagen am 6. Dezember das letzte Emd von der Chrebsbärenwiese über das Dorf, den Winkel und Boden nach Hause fuhr.  Seine Kühe mussten wohl zähe Kost gewohnt sein! Fondle-Ligi brachte die“Gülle (=Jauche) noch von Hand mit dem «Güllestosser» (=eine Art Schubkarren mit kastenförmigem Jauchebehälter) und dem «Güllegon» (=Jaucheschöpfer) auf die Wiese.  Der Güllestosser war aber nicht sehr geräumig, und der Inhalt reichte meist nur für wenige Quadratmeter.  Nach vollendetem Werk liess Ligi das Vehikel am Ort des Geschehens stehen, wo dieses dann, beim Mähen als Hindernis, mitten in der Wiese herumlotterte. Einmal mähte Fondle-Ligi in einem Sommer dreimal rundherum, ehe es ihm beliebte, den Karren zur Scheune zu schieben. Spät im Herbst sollte einst das auf dem Hof anfallende Obst gemostet werden. Fondle-Ligi wollte ohne Verzug zur Tat schreiten, merkte aber bei genauem Hinsehen, dass er doch noch den «vergessenen» Trester vom Vorjahr aus der Obstpresse entfernen musste. Wegen der Teilnahme an einem Fest besorgte ihm eines Tages der Nachbar, Studhalter Seppi von der Mättihalden («Födelochseppi») das Viehfüttem.  Als dieser den Kühen das frischgemähte Gras in die Futterkrippe stecken wollte, bemerkte er zu seinem grössten Erstaunen, dass dort kein Platz mehr war. Es faulten Berge altes Futter darin. Mit aller Kraft versuchte er, den festsetzenden Mist auszuräumen. Erzürnt musste er nach einiger Zeit einsehen, dass es besser war, den Kühen einen Weidegang zu gönnen.


 

1999 Der «Schiggi-Peter» oder «Sennpeter»

Peter Achermann , ca. 1870 -1950 „Sennpeter“ ein grosser, hagerer Mann wurde von den Horwern wegen seiner Her­kunft aus einer Beckenrieder Sennenfamilie mit diesem Übernamen bedacht. Oft wurde er aber wegen seiner grossen Leidenschaft, dem Tabak -Kauen  (= «Schigge») der «Schiggi-Peter» genannt. Schiggi-Peter hatte an der Winkelstrasse in einer Pension sein Logis (Wie in dieser Zeit auch 1Sekdäddi» Reinhard) und arbeitete bei Gelegenheit als Handlanger und Maurer bei Georg Kaufmann. 

Leicht vornübergebeugt schritt er in gemächlichem Tempo vom Dorf gegen den Win­kel. Dabei wanderte sein Blick immer wieder dem Strassenrand entlang, als ob dort etwas Kostbares zu finden wäre. Und tatsächlich, ab und zu bückte er sich, um einen weggeworfenen Stumpenrest aufzuheben und in seine Tasche zu stecken.

Weil er kaum Geld besass, besorgte er sich auf diese Art genügend Tabakvorrat zum «Schiggen».

 Stets brachte er auch alle Dorfneuigkeiten unters Volk, die er stets mit der hastig hingeworfenen Frage begann: «Du weisch, du weisch»?..

Eines Tages waren Heer Klaus und der Dormen-Baschi fürs neue Dormenheim der Jungmann­schaft am Kies Schaufeln. Schiggi-Peter eilte geflissentlich herbei, um seinen Dorfklatsch loszuwerden: „Du weisch, du weisch,“ bemerkte er zum Dormen hinweisend, «das det obe isch es ewigs Wärch»!


 

1998 S' Bachtel-Louise

(Louise Buholzer ca. 1870 bis 1950) Sie war Dienstbotin bei "Bachtel-Seppi" (Kaufmann Josef) und schaute zum Bachtel, als ob's ihr eigenes Gut gewesen wäre. Sie leistete auf dem Hof die Arbeit eines Knechts und sorgte daneben vorbildlich für Haus und Garten. S'Bachtel Louise war aber vor allem eine leidenschaftliche Marktfahrerin, eine richtige «Määrtchatz», wie man damals sagte.  Jede Woche trabte sie mit vollem Henkelkorb und hochbeladenem «Määrtschesali» (alter Geflecht-Kinderwagen) auf den Markt in die Stadt, um ihre Waren, die sie stets auch im Auftrag von Nachbarn mitnahm, feilzuhalten. Auf dem Weg wurde die bekannte, eigenartige Marktfrau gerne von herumlümmelnden Knaben mit dem Übernamen «Bachteltram» bedacht. Dies jedoch berührte s'Bachtel-Louise kaum, für sie gab es wichtigere Dinge. Nach erfolgreichem Markttag heimgekehrt sollte sie mit den Nachbarn abrechnen. Auch darin zeigte sich ihr grosses Talent, wusste sie doch immer etwas zu ihren Gunsten herauszujammern: «Oh, ich kann Euch nicht so viel geben, wie abgemacht, die Geschäfte liefen so schlecht! Zudem fing Euer Gemüse zu schlampen an, und die Äpfel begannen auf dem Weg schon zu faulen». Meistens erreichte sie ihr Ziel; die Nachbarn drückten oft ein Auge zu und liessen den Fünfer gerade sein, dafür aber neckten sie s'Bachtel-Louise, wo sich immer Gelegenheit bot. Zur Fasnacht verkleideten sich Hans und Sepp Buholzer (später auf der Hofrüti), füllten einen alten Kinderwagen mit vergammeltem Gemüse, totem Huhn und faulem Obst und schoben es geradewegs vor Bachtel-Louis' Haustür.  «Wie mänge Meter wender»? fragten sie die heraustretende, verdutzte Frau, «luegid, alles prima War»! S'Bachtel-Louise spürte den zarten Wink, fasste sich schnell wieder, schrie: «Machid, dass er abfahrid»! und knallte die Tür wütend ins Schloss.


 

1997 S'Rankriedli-Baschis Chindbettmusig  

Studhalter Sebastian Der „Rankriedli-Baschi“ (Baschi = damals gebräuchliche Kurzform von Sebastian ) lebte um 1855 bis um 1925. Seine Frau hatte eben ein Kind geboren und lag noch etwas geschwächt im Bett. Auch Baschi war ganz geschafft, freute sich aber gewaltig über die Ankunft des neuen Erdenbürgers. Wie gerne wollte er jetzt seiner Frau Gesellschaft leisten und bei ihr wachen! Schon nach kurzer Zeit aber geriet Baschi in arge innere Nöte, denn der arbeitsam Zimmermann, der er war, konnte nie lange untätig «herumlehnen». Und eben jetzt fiel es ihm ein, dass die Sägeblätter noch geschärft sein wollten! Im Handumdrehen war die Spannkluppe mit dem Sägeblatt im Zimmer aufgestellt, und bald entlockte Baschi seinem «Instrument» mit der Feile die schrillsten Töne. Diese verstärkten sich mit dem herzzerreissenden Geschrei des Säuglings zu einer mächtigen «Chindbett-Musig», die sich übers ganze Rankgebiet ausbreitete und die erschrockenen Nachbarn antraben liess.


 

1996 De Weid-Chappi im Trompeteloch  

Chappi, dem einzigen Sohn auf dem Hof Weid wurde von seinen Eltern viel Aufmerksamkeit gewidmet.  Nachdem sein musikalisches Talent entdeckt war, durfte er schon früh Trompete lernen.  Weidchappi war eifrig um einen guten «Ansatz» bemüht.  Immer wieder rühmte der schweissgebadet vom Heuen heimkehrende Vater seinen vom Trompeten schwitzenden Jungen: «Aer bloset halt malefitz schön»! Mit seiner Trompete fand Weidchappi überall Anerkennung. Er brachte es schliesslich zum strammen Militärtrompeter. Nur bei den Horwer Mädchen schien er nicht so gut anzukommen.  Nachdem seine mit Glanz und Pomp geschlossene Ehe leider schnell in Brüche gegangen war, zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück und vereinsamte allmählich. Nach dem Verkauf seines Hofes verdiente er den Lebensunterhalt mit Holzen im Hochwald. Seine geliebte Trompete blieb ihm stets treue Weggefährtin. Als er z.B. einmal seinen Heimweg durchs spiegelglatt vereiste Kirchtobel hinauf ertrotzen wollte, schlitterte sie mit ihm in die Tiefe. Beim winterlichen Holzen fand sie auch stets auf seinem Holzschlitten Platz. Einmal leitete Weidchappi eine besonders schwere Holzfuhre von der Buholzer Schwändi hinunter. Der Weg war schon stark ausgefahren, und die Fahrt ging immer schneller. Beim Homberg unterhalb des Rosengartens vermochte Weidchappi den Schlitten nicht mehr um die Kurve zu lenken. Die ganze Fuhre mit Chappi und der Trompete überschlug sich. Unter eingeweihten Horwern ist die Stelle heute noch als Trompeterank bekannt.


 

1995 Der Leimi-Franz  

Leimi-Franz, ein geschickter Küfer, hatte seine Leber auf der Sonnseite.  Den grössten Teil seines Lebens stand er im Dienst südfranzösischer Weinbauern. In diesem Umfeld ist es klar, dass der Wein sein Lebenselixier wurde. Am liebsten trank er ihn schon morgens, und fehlte mal beim Znüni sein «Schöppli», war für ihn der Tag verdorben.   Einem Patron missfiel Franzens grosser Weinkonsum. Er verweigerte ihm den Znüniwein, aber Leimifranz wusste sich schnell zu helfen. - Er löste einen Fassreifen leicht, bohrte genau dort, wo sonst der Reifen sass, das Fass an und füllte mit dem ausströmenden, köstlichen Weinstrahl sein Krüglein. Danach verschloss er das Loch wieder mit einem sorgfältig eingepassten Zapfen und schob den Reifen wieder darüber. Kein Wunder, dass der Patron über die Hingabe, mit welcher sich Leimi-Franz an den Fässern zu schaffen machte, sehr erstaunt war.


 

1994 De Steffe

Zu allen Zeiten gab es in Horw auch Menschen, die nicht viel von der Sonnenseite des Lebens mitbekamen, Menschen, die sich mit Taglöhnerarbeiten oder gar mit Betteln über Wasser hielten. Ein solches Original war der «Steffe», der von Seb.  Kaufmann wie folgt beschrieben wurde: Der Steffe, ein kleines, schrumpfliges Männchen, trägt stets ein unansehnliches Schlaufsäcklein auf seiner Schulter, wenn leicht vornübergebeugt durchs Dorf schlendert. Sein Stock gibt vernehmbar auf dem Strassenpflaster den Takt seiner Schritte an. Niemand hat wohl je den Wunsch gehegt, einmal in den farblosen Stoffbeutel schauen zu dürfen. Der Mann war in jungen Jahren Taglöhner. Nicht zu spät entdeckte der arme Kauz aber, dass er seinen Beruf verfehlt habe, und er sattelte zur ehrbaren Gilde der Bettler um. Dieses Metier sagte ihm zu, und er blieb ihm zeitlebens treu. Gewöhnlich kehrte er abends, von der Stadt her kommend, im Pilatus ein. Er wusste, dass da noch einige Resten auf ihn harrten. Er vermochte unglaubliche Mengen in sich hinein zu stopfen. Als Auftakt schätzte er eine Suppe. Das nun einsetzende Schmatzen war in der ganzen Wirtschaft hörbar. Um die Mittagszeit gesellte er sich meistens zu den hungrigen Gästen, die auf dem Wesemlin eine Mahlzeit erhielten.Es kam aber auch vor, dass ihm Passanten etwas zusteckten. Die Dorfjungen nannten ihn mit Vorliebe «de Steidötsch». Dann aber zuckte es in seinen Augenwinkeln, und er drohte mit seinem Stock. Den Spitznamen muss er bekommen haben, als er einst vorübergehend im «Sedel» für Kost und Logis im Flussbett der Kleinen Emme Steine klopfte.


 

1993 Der Wulewu

 

«Wulewu» erhielt seinen Spitznamen, weil er nach reichlichem Alkoholgenuss meistens begann französisch zu sprechen, obwohl er nicht viel mehr zu sagen wusste, als eben: «Voulez-vous»? Seppi Reinhard, wie „Wulewu richtig hiess, war wohl einer der sonderbarsten Waldarbeiter der Korporation Horw.  Bei seiner Offenheit und allem Interesse für technische Neuheiten war es nicht verwunderlich, dass er nebst einer schönen Taschenuhr auch einen der ersten Fotoapparate in Horw sein eigen nannte. Beim Holzen aber vertrug sich der starrköpfige Junggeselle schlecht mit den andern Arbeitern.  So gab man ihm eigene, meist etwas abgelegene «Plenderstücke», wo der «Stierengrind» auf eigen Faust Stangenholz schlagen konnte. Eines Tages war er fleissig an der Arbeit im Hochwald.  Gegen Mittag verspürte er immer grösseren Hunger, aber ein Blick auf seine Taschenuhr sagte ihm, dass es noch nicht Essenszeit war. Also liess er nochmals sein Beil sausen, dass die Späne flogen. Aber sein Magen knurrte immer stärker.  Wulewu musste sich zwischendurch ein Weilchen setzen.  Da hörte er vom Kirchturm her zwei Uhr schlagen.  Was?! - Jetzt betrachtete er seine Uhr nochmals.  Der Zeiger stand immer noch auf zehn Uhr.  Wulewu wurde wegen des verpassten Mittagessens so wütend auf seine Uhr, dass er sie auf den Spaltstock legte und ihr mit dem Beil eins kräftig überzog, natürlich nicht ohne eine trockene Bemerkung: «Jetz chasch sälber luege, wie spot dass esch; jetz esch Zyt för dy»!


 

1992 S' Bachtel-Tonis Nackenprobe

Der Winkler-Bläsi und s'Mange Büebi machten sich nach einer überzogenen Feuerschau auf den Heimweg.  Sicher war es im Langensand schon lange nicht mehr so lustig zu und hergegangen wie heute, und die beiden hätten trotz später Nachtstunde hoch Flausen im Kopf. Als sie den alten Hohlweg beim Bachtel passierten, schlug s'Mange Büebi vor: «He, Baschi, wir wollen doch schauen, ob unser Kirchmeier, der Bachteltoni, schon in die Federn gekrochen ist.  Ich kenne das Fenster seines Schlafgemachs». «Den wird ein kollegialer Gutenachtgruss sicher hoch erfreuen, brümmelte Baschi, «aber lieber noch werde ich ihm einen tüchtigen Schrecken einjagen»!     

Schnell war ein Plan geschmiedet: Winkler Bläsi sollte sich auf Mange Büebis Schultern stellen und Bachteltonis Kopf packen, wann sich dieser am Fenster zeigen würde.
Gesagt - getan, Mang rief laut nach Bachteltoni.  Dieser erschien schlaftrunken am Fenster, streckte seinen Kopf heraus und rief: «Was esch»? Im selben Augenblick griff Winkler Bläsi mit aller Kraft zu und ....  nicht einer, gleich-zwei Schreckens­schreie gellten durch die Nacht.  S'Mange Büebi, der Schlaumeier, war unten weg­gelaufen, und es ist nicht auszumachen, wer die bangeren Schrecksekunden erlebte, Winkler Bläsi oder Bachteltoni.


 

1989-1991 S' Mange Büebis Streiche

Auf dem Schiltmatthof in Horw lebte von 1863 bis 1951 ein Original ganz besonderer Art, Magnus Studhalter, besser bekannt als «s'Mange Büebi».  Man könnte wohl ein Buch füllen mit der Aufzählung all seiner Streiche. Das Horwer Volk achtete den hünenhaften, verschmitzten, stets zu allerlei Unfug aufgelegten Mann, vor dessen «Missetaten» weder Bürger, noch Pfarrer oder Bischof sicher waren.  Wegen seiner Qualitäten als Organisator und Festredner, aber auch wegen seines liebenswürdigen, schalkhaften Humors wählten die Horwer den nimmermüden «Lausbuben» für die lange Zeit von 1903 bis 1939 als Gemeindeammann.  Auch war er während vieler Jahre Feuerwehrkommandant und kantonaler Feuerwehrinstruktor. Wer nun meint, mit diesen Ämtern sei ihm die Lust an Streichen abhandengekommen, täuscht sich, im Gegenteil, das war überhaupt kein Anlass zur Mässigung.


 

1991 Der dritte Streich ist butterweich!

Gemächlich holpert s' Mange Büebi mit seinem Karren am Pfarrhaus vorbei ins Dorf. Dass die schwer belasteten Räder an den Holzachsen ner­venaufreibend kreischen, stört den jungen Schilt­mättler überhaupt nicht.  Er lässt sich auch von der Pfarrköchin nicht aus der Ruhe bringen, die laut reklamierend aus dem Küchenfenster lehnt und ihm obendrein Ratschläge erteilen will: «Chönntisch dy Chare au weder emal schmiere, Mang»! Mang trabt auf dem Heimweg mit seinem Karren wieder am Pfarrhaus vorbei. Da entdeckt er auf dem Fenstersims, welch ein  Zufall, den vollen Buttertopf aus der pfarrherrli­chen Küche.  «Jetz wemmer scho luege, dass de Chare weder lauft», brummt er grimmig, angelt den Topf flink herunter, löst die Karrenräder und schmiert die Naben tüchtig mit Butter ein.  Nach getaner Arbeit trabt er sichtlich leichter und zufrieden der Schiltmatt zu. Ich frage mich ehrlich, ob s'Mange Büebis Ausspruch nicht gleich der Leitspruch für die eidgenössischen Jubelfeiern 1991 wäre, aber, könnte unser Staatswagen mit solch unkonventionellen Schmierungen wieder flott gebracht werden?


 

1990 .... und der zweite folgt sogleich!  

Wie wir schon alle wissen, war niemand vor s'Mange Büebis Streichen sicher, selbst sein Vater nicht.  Mang machte nie lange Federlesens und trieb seinen Unfug spontan, wo immer er Gelegenheit dazu fand. S'Mange Büebis Vater, der Schiltmattbauer und Metzger, besuchte eines Tages den Viehmarkt in Luzern.  Wegen des herrlichen Heuwetters wollte er dort nicht viel Zeit versäumen und unverzüglich wieder heimkehren.  Bis dann sollte s'Mange Büebi die Heuwagen, damals noch alles schwerfällige Holzachser und «Schneggen», gerüstet haben, damit am Nachmittag das Heu trocken eingefahren werden konnte. Ach, angesichts der schweren Holzwagen verflog s'Mange Büebis Arbeitslust im nu, und als der Vater wieder zurück war, stand auch kein Heuwagen und kein Büebi bereit.  Auch vom Knecht, dem Althofxaveri, fehlte jede Spur.  Jetzt lief der besorgte Bauer sichtlich erregt um die Scheune und hoffte etwa mit einem Peitschenknall einen der beiden Faulenzer aufzuscheuchen. Zufälligerweise kam der Untermattbauer vom Kirchtobel her und bemerkte die besorgte Miene seines Nachbarn.  Seinen Blicken waren aber auch die zerlegten Heuwagen und die sauber aufgehängten Holzräder im Scheunengiebel und in den Kirschbäumen rund um den Hof nicht entgangen. Nachdem ihm der Schiltmattbauer den Grund seines Unmutes dargelegt hatte, meinte der Untermättler trocken: «Kopf hoch, Mang!  Richte deinen Blick gegen den Himmel, und du wirst deine Heuwagen finden»! Und jetzt sah er’s auch: Da hatte s'Mange Büebi wirklich wieder ganze Arbeit geleistet!


 

1989 S’Mange Büebis erster Streich...  

Vor dem Fenster des Schönbühl- Hauses stand stets ein hübscher Vogelkäfig, in dem ein singfreudiger Kanarienvogel seine Melodien lautstark zum besten gab.  Niemand weiss, ob der muntere Vogel s' Mange Büebis Schützenehre oder seine Experimentierfreude weckten. Leise und unbemerkt richtete er eines Morgens sein Gewehr im Schraubstock hinter seiner Scheune auf den etwa 60 m entfernten Vogel.  Nach kurzem Hantieren, ---- ein Schlag ---, und der gefiederte Sänger fiel mausetot auf den Käfigboden.  Ausser s'Mange Büebi hatte niemand etwas bemerkt.  Nach einigen Tagen erkundigte er sich mit gespieltem Mitleid bei seinen Nachbarn nach dem Verbleiben des Vogels, er höre ihn nicht mehr singen. «Wir wissen es auch nicht, was mit ihm los war», war die kurze Antwort, »der Schlag muss ihn getroffen haben»!


 

1988 D' Horber Madonna

Sie gehörte um die Jahrhundertwende zum Horwer Alltag wie die Kirche zum Dorf, die unsicher dahertrippelnde Jungfer «Sigriste - Beeli» mit dem auffallend hohen seidenbandgeschmückten Hut. Ihr sonderbares Daherschreiten liess von ihrem Rock stets eine ansehnliche Staubwolke aufwirbeln. Dabei war »Sigriste-Beeli» aufs äusserste herausgepützelt.  Um ihren Hals baumelte an einem Seidenband stets ein grosses Medaillon, und ihre vorstehenden Bäcklein waren mit Hilfe von rotem Zichoriepäckli-Papier fein getönt. Mit dem Pfarrer stand sie nicht auf gutem Fuss.  Er sollte ihrer Ansicht nach schuld sein am Tode ihres Bruders.  Trotzig, wie sie war, mied sie darum die Horwer Pfarrkirche und wohnte fortan den Gottesdiensten in Luzern bei.  Ihrer sonderbaren Aufmachung wegen wurde die fromme Horwerin in der Stadt schnell bekannt unter dem Spitznamen «Horber Madonna». Dazu gehen mir heute zwei Gedanken durch den Kopf: Hoffentlich interpretiert der Pfarrer die dünner gewordenen Kirchgängerreihen nicht aus dieser Geschichte heraus, und wenn schon, vielleicht findet er ja eben am Aschermittwochmorgen Gelegenheit noch herumirrende «Horbermadonnen» zum Kirchenbesuch aufzumuntern, bevor sie sich dann endgültig auf den Heimweg machen.


 

1987 Setzgrind kontra Moschtgrind

Der «Jöstaliwysi», Jost-Alois Studhalter, auf der Horwer Fasnachtsplakette 87 Richtig wohl war es dem Jöstaliwysi erst, wenn er, vom Bürgerheim herkommend, den Gang an Kirche und Pfarrhaus vorbei möglichst schnell überstan­den hatte. Denn lenkte er freudig seine Schritte zur Rössligaststube. Keck flatterten seine spärlichen roten Barthaare, und auf seinem Kopf sass stets ein lustiges Wilde­rerhütchen, das mit seinem Träger schon viele Stürme durchgestanden hatte. Seine besten Jahre hatte Jöstaliwysi als Taglöhner im Horwer Hohwald verbracht. Hübsche Manieren lagen ihm nicht. Seine ganz unterschiedlich entwi­ckelten Mundwinkel verliehen ihm eine ulkige Sprechweise, an der sich die Leute ergötzten. Mit dem Pfarrer, Jost-Alois Furrer, war er von jeher nicht gut Freund, denn am liebsten lief Jöstaliwysi trotz der mahnenden Worte des Seelsorgers behende an   der Kirche vorbei.  Seinen listigen Äuglein entging aber nie, wenn der Pfarrer den schmalen Kiesweg des Pfarrgartens auf und ab brevierte. In besonders aufmüpfiger Stimmung konnte es Jöstaliwysi einmal nicht verkneifen, dem geistlichen Herrn über den Hag hinweg zuzurufen: «Du besch e Jöstaliwysi, ond ech be na Jöstaliwysi.  Du hesch e Setzgrind, ond ech ha ne Moschtgrind, hä,hä,hää!» Sprachs und verschwand schleunigst. Auch im Bürgerheim zeigte das eigenwillige Dorforiginal ab und zu seine Hör­ner.  Damals war es beim Hinschied eines Heiminsassen Brauch, dass dessen Mitbrüder den Leichnam zu Grabe trugen.  Jöstaliwysi war einst aufgerufen den Sarg eines Kollegen tragen zu helfen, mit dem er öfters angeeckt hatte.  Auf halbem Weg zum Grab stellte er zum Erstaunen der Anwesenden den Sarg ab, rief laut: «Ech mag dg Cheib nömme»! und lief schnurstracks ins «Rössli» hinunter.


 

1986 Der 'Orgeletramper'  

Für heutige, überflussgewohnte Leute ist es schwer vorstellbar geworden, dass noch vor wenigen Jahr­zehnten recht viele Menschen auf Grund bescheide­ner finanzieller Verhältnisse ihr karges Leben als Randfiguren unserer Gesellschaft fristeten. Dabei sind es erst gut fünfzig Jahre her, dass das Dorforiginal Fuchs Seppi, jedem Horwer als «Orgeletramper» bekannt, sein geplagtes Leben dem Schöpfer zurückgab. Täglich schritt der hagere, leicht vornübergebeugte Ausläufer der Metzgerei Bucher, mit schweren Kör­ben beladen, seine Tour bis zum Stutz und über die Halbinsel bis nach Kastanienbaum ab.  Seine starke, dickglasige Brille vermochte seine Seh­schwäche nicht ganz zu korrigieren, weshalb er den Weg in seiner langsamen, sonderbar trampenden Gangart zurücklegte. Der «Orgeletramper» versah seine Ausläuferdienste um Kost und Logis.  Deshalb versuchte er verständ­licherweise sich etwas Sackgeld durch das Treten des Orgelblasbalges zu verschaf­fen.  Mit den sauer verdienten paar Batzen konnte er sich aber im nahen Rössli kaum ein Bier leisten.  Kurzerhand drohte er eines Sonntags während des Orgel­spiels mit Streik, falls ihm nicht ein Batzen mehr Lohn ausgehändigt würde. Wie der bekannte Lehrer und Organist Grossmann den Vorfall meisterte, und ob die Kirch­gänger auf die Orgelmesse verzichten mussten, weiss die Überlieferung nicht zu berichten.   Vielleicht geschah dies eben am Fasnachtssonntag, und die Horwer, damals als «der luzernische Tiergarten» verhöhnt, waren gar die ersten, welche sich, ihrer Zeit weit voraus, kakaphonischer Klänge zur «Fasnachtsmesse» erfreuten.


 

1985 S Zoller Oersi

S Zoller Oersi lebte um die Jahrhundert­wende im alten Winkler Zollhaus.  Als Kräuter- und Beerensammlerin verstand sie sich auch vortrefflich aufs Palmen- und Girlandenbinden.  Von ihren wenigen erwirtschafteten Batzen konnte sie sich fast nichts leisten.  Es ist nur allzu verständlich, dass sie sich deswegen besonders für die Znünikörbe der Bauern, die das Ried im Winkel mähten, interessierte.  Die übermü­tigen Bauernburschen boten ihr aber Kaffee- Träsch an, worauf s Zoller- Oersi bald betrunken im Schilf lag.  Oersis Vater, der auf dem Schauplatz erschien, stellte die unbedachten Burschen zur Rede und hiess sie, das Oersi nach Hause zu bringen.  Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sie auf den erstbesten Fasskarren zu laden und mit ihr zum Zollhaus zu traben.


 

1984 Der «Weisse Waldbruder»  

Bruder Gregor Kaple lebte vor 200 Jahren hinter dem Steinbruch im Winkel und führte ein Leben in Gebet und werktätiger Liebe. Angeblich war er adligen Geblüts und stammte aus Bayern.  Von ihm existieren Porträts.  Zwischen dem 16.und dem 18. Jahrhundert lebten in Horw mindestens zwölf Eremiten, meistens beim Steinbruch und im Längacher.


 

1983 D Chatze Mey  

Die Katzenmutter Marie Reinert, genannt Regli - Mey oder Chatze - Mey lebte bis zu ihrem Lebensabend im Neuhof. (Kantonsstr.98, hinter Schuhhaus Studhalter) Sie war als misstraui­sche, eigenwillige Person im Dorf bekannt.  Wegen eines Fussleidens und ihrer Armut trug sie ausser Haus nie zwei gleiche Schuhe.  Stets war sie auch von einer Katzenschar begleitet.  Ihr äusserst karges Mahl teilte sie mit etlichen ihrer Vierbeiner, die sich auf oder unter ihrem Tisch balgten und mit einem unbeschreiblichen Tafelkonzert aufwarteten.


 

1982 Die Horwer Hochwaldholzer Seebebaschi und Breiteschili

Die Horwer Korporation besitzt ausgedehnte Waldungen am Pilatusfuss.  Das gemeinsame Holzen gehörte schon immer zu den winterli­chen Beschäftigungen der Horwer.  Treffpunkt war jeweils das alte Restaurant  Schwendel­berg, wo «Safeeri» das bekannte Nüssliwasser anbot und so das Warten auf die letzten ver­späteten Holzer erträglicher machte.  Dabei fielen etwa folgende Worte: «Könned ehr die zwee, wo deet onnenufe chömid?  Das send meini, in nomine patri et fili, de Seebebaschi ond de Breiteschili».


 

1980 Aktivitäten der Eglizunft und der Nachtheueler  

Die aus einer Kartonschachtel hergestellte Maske weist auf die Kinderfasnacht hin.  Das Egli dient einem Kind als Kilbischaukel, was die durch die Eglizunft neubelebte Horwer Dorfkilbi in Erinnerung ruft.


 

1980 Aktivitäten der Eglizunft und der Nachtheueler  

Die aus einer Kartonschachtel hergestellte Maske weist auf die Kinderfasnacht hin.  Das Egli dient einem Kind als Kilbischaukel, was die durch die Eglizunft neubelebte Horwer Dorfkilbi in Erinnerung ruft.


 

1979 Egli und Eule  

Auf der ersten Horwer Fasnachtsplakette zeigen sich Egli und Eule, die beiden Symbole jener Horwer Vereinigungen, die den Gedanken einer eigenen Horwer Fasnachtsplakette von Anfang an mittrugen. Das Egli, auch Barsch genannt, gab als Horwer Wappentier der Eglizunft den Namen.  Der Wald­kauz ist das Symbol der Guggenmusik Nachtheue­ler.  Die Horwer waren bei ihren Nachbarn wegen ihrer nächtlichen Aktivitäten an diversen Gelegen unter dem Spitznamen Nachtheueler bekannt.