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Originale

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Originale – Faszination des Verrückten

Jeder Mensch ist im Grunde genommen einmalig und einzigartig in seinen Eigenschaften, Trieben, Begierden und Erlebnissen. Jeder ist also ein unvergleichliches Original, das sich seinen Platz in der Gesellschaft sucht.

Die Gesellschaft zwingt jedem Menschen Normen, ein kollektives Verhaltensmuster auf, und die meisten Menschen nehmen es genauso hin, wie es ihnen vorgegeben wird. Wenn sich Menschen zwingen müssen, wie die andern genormt zu sein, heisst das, sich nicht selber kennen zu lernen, seiner Natur Gewalt anzutun, ihren Gesetzen zu widersprechen. Das führt zu Neurosen, Psychosen und Paranoia.

Zum Glück gibt es immer wieder auffällig eigenständige Menschen, die sich aus vielfältigen Gründen neben diesen Normen eigene Wege suchen, denen es gelingt aus der Routine auszubrechen, die deswegen von der Gesellschaft zu „Randständigen“ oder „Verrückten“ gestempelt und zu „Originalen“ werden.

Aber, die ganze Welt ist verrückt! Warum wollen wir dies nicht auch uns zugestehen? Dabei sind eben jene die Schlimmsten, die nicht wissen, dass sie verrückt sind, weil sie doch nur wiederholen, was andere ihnen auftragen, die nicht sind, was sie sein könnten, sondern das, was andere aus ihnen gemacht haben.

Originale folgen ihren eigenen Vernunftsgesetzen, schliessen aber, um ihre innere Autonomie zu bewahren, Kompromisse mit der Gesellschaft, fallen nicht als grobe Störefriede auf und leben in einer mehr oder weniger starken Symbiose mit der Gesellschaft.

In unserer heutigen Konsumgesellschaft mit ihrer Uniformität sind Originale dünn gesät und haben einen schweren Stand. Gerade deshalb faszinieren mich diese Menschen immer wieder. Sie gehen das Risiko ein, trotz widriger Umstände, so zu leben, wie es ihrer Natur entspricht.

Sie besitzen dadurch ein Stück Leben, das sich der modernen Rationalität entzieht und meistern ihr Leben als randständige Figuren unter erheblichen Schwierigkeiten. Sie bleiben dabei sich selber treu. Leider kommen die meisten Menschen zu spät in ihrem Leben zur Erkenntnis: „Ich hätte verrückter sein sollen!“

Sicher lockt mich beim Erforschen der „Horwer Originale“ aber auch der Einblick in die Lebensumstände vergangener Zeiten und in die vielen Geschichten, die sich oft im Grenzbereich zwischen Realität, Fantasie und Fabulierkunst ansiedeln.


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