Egli Zunft Horw


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2003

Fasnacht > Plakette

Einmal mehr gibt die Egli-Zunft Horw die originelle Plakette für die Fasnacht 2003 heraus. Sie wurde wiederum gestaltet von Toni Muff, Lehrer in Horw. Mit der neuen Plakette (es ist seine 25!) beschliesst Toni Muff seine Serie der „Horwer Orginale“. Die Plakette wurde hergestellt von der Gravura GmbH Horw. Die Jubiläumsplakette kostete 8 Franken für die Silber-, 25 Franken für die Goldversion.

D' Roggere-Buure


Sigrist Schosi (1905 -1974), Rosi (1900 -1974), Walti (1909 -1980)

Wer kannte sie nicht, die drei Geschwister mit ihren auffällig altmodischen Kleidern und ihren hoch geschnürten Schuhen, die gemeinsam auf Roggern ihr karges Leben fristeten?! Es waren drei ruhige, zurückgezogene, eher menschenscheue Leute, die vielleicht eben deswegen wehrlos dem Gespött der Dorfleute ausgesetzt waren. Es geschah dies wohl nicht bewusst böswillig, aber das Horber Volk brauchte offenbar immer wieder so liebenswürdig auffällige "Originale“, die es necken konnte. Klar, die Arbeit bei den Roggere-Buure verlief gemächlicher als anderswo, und wenn sie dann wirklich spät die Heuernte wagten, musste das Barometer ein Monats-Hoch angezeigt haben.

Walti, der Zögerer, war eigentlich gelernter Gärtner, der oft in den Villenparks auf der Halbinsel kleine Zusatzverdienste erwirtschaftete. Stets trug er, selbst an warmen Sommertagen, bei seinen Arbeiten, beim Kirschen Pflücken oder beim Jauche Ausbringen seinen alten Militärkaput. An schönen Sommerabenden hörte man ihn den Alpsegen beten oder den Büchel blasen. Das klang nicht immer ganz rein, aber zum Glück hört der Herrgott bekanntlich nicht nur auf die Reinheit der Töne, sondern schaut seinen Getreuen ins Herz. Walti organisierte seine Hofarbeit mit Umsicht. Schon am Abend stellte er jeweils seinen "Schnegg" (Klelner Wagen mit zwei Rädern hinten und zwei Holz-Schlittenkufen vorn) auf die Wiese, damit das taufrische Gras anderntags frühzeitig in die Tenne gefahren werden konnte. Eines Morgens hatten ihm Nachtbuben das Gras schon gemäht und aufgeladen. Walti verstand die Welt nicht mehr, eilte aufgeregt nach Hause und rief: "Schosi, chomm cho luege, s'Gras esch scho ufglade!“

Schosi war eigentlich Bäuerin und Knecht in einer Person. Sie besorgte das Vieh im Stall. Nur melken konnte sie nicht. Auch, wenn ihm diese Arbeit nicht besonders lag, musste dies Walti besorgen. So hielt man auf Roggern keine Milchleistungskühe, und das spärliche Milchgeld gestattete den dreien kein Luxusleben.

Rosi war eine gute Schneiderin, die wegen ihrer sauberen Arbeit zu einem niedrigen Lohn im ganzen Dorf Kunden hatte. Auf dem Hof half sie höchstens beim Heuen mit. Als die drei ins AHV-Alter kamen, wunderte sich der Zweigstellenleiter, dass sie sich nicht für den Erhalt der Rente meldeten. Aber sie wollten den finanziellen Zustupf nicht annehmen. "Nein, nein, dieses Geld haben wir nicht verdient", wagten sie bescheiden einzuwenden.
Die drei Geschwister hingen sehr aneinander. Als Schosi als erste verstarb, war Rosi darob so bekümmert und hilflos, dass sie wenige Tage später auch hinschied. Walti wurde geistig immer verwirrter. Er starb sechs Jahre später im Altersheim Kirchfeld.

Die "heilig Familie"! Für einen Orientierungslauf stellte eine Schulklasse einen Posten bei der Roggern auf. Damit Walti die Postentafel nicht entfernen würde, deponierte der Lehrer sinnvollerweise dort eine Frage religiösen Inhalts: "Wie heissen die Mitglieder der hl. Familie?" Prompt kritzelte ein schelmischer Nachbarjunge als Antwort "Schosi, Rosi, Walti" hin, was gleich mit zwei Originalitäts-Punkten belohnt wurde.


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